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Download: Sicherheitseinweisung

Eine Vorlage zum herunterladen findest du am Ende dieses Blogs.

Sicherheitseinweisung muss sein

Auf einem Ausbildungstörn ist es sonnenklar: Zu Beginn des Törns gibt es eine ausführliche Sicherheitseinweisung. Dabei geht es nicht nur darum, den Törnteilnehmern alle sicherheitsrelevante Infos zu vermitteln (die meisten Teilnehmer auf Meilentörns bringen ja Segelerfahrung mit). Es geht auch darum, dass die künftigen Skipper ein Gespür dafür entwickeln, was eine Sicherheitseinweisung beinhalten soll und wie man das selber später machen kann.

Jeder auf dem Schiff muss den Motor bedienen können. Zeige es vor, lass es die Leute ausprobieren.

Auf Ferientörns ist die Situation anders. Da kommt man wohlgelaunt aufs Schiff und freut sich auf entspannte Ferientage. Vielleicht sind die Törnteilnehmer gute Freunde oder Familienangehörige. Da will man nicht  schulmeisterlich rüber kommen und, es ist gut möglich, dass sich dann die „Sicherheitseinweisung“ auf die Benützung der Seetoilette beschränkt. Das ist aber zu wenig. Gerade bei Freunden ist mir deren Sicherheit besonders wichtig und ich will sicher sein, dass ich ihnen möglichst alles erklärt habe, was zu ihrer Sicherheit beiträgt. Darum gehört auch auf Ferientörns eine vollständige Sicherheitseinweisung mit dazu.

Möglichst am ersten Abend, vor dem Nachtessen

Den Zeitpunkt wählt jeder Skipper nach eigenem Gusto. Die besten Erfahrungen habe ich gemacht, wenn die Sicherheitseinweisung ganz an Anfang am ersten Abend gemacht wird, denn es geht um wichtige Dinge, die man von Anfang an wissen muss: Wie steige ich aufs Schiff? Wo halte ich mich fest, wo besser nicht? Toilettenpapier nicht in die Toilette werfen und beim Gang aufs Vorschiff auf offene Luken achten. Das sind wichtige Hinweise, die für Segelnovizen nicht selbstverständlich sind. Wer schon auf manchem Segeltörn war, vergisst, wie es ist, wenn man das erste mal auf eine Segeljacht steigt. Da ist man froh, wenn einem gleich am Anfang die wesentlichen Dinge gesagt werden.

Ist die Crew eingetroffen, Kabinen sind bezogen, Einkauf ist erledigt und verstaut, dann nehme ich mir eine halbe Stunde Zeit für die Sicherheitseinweisung bevor wir zum Nachtessen aufbrechen. Mit der Länge sollte man es nicht übertreiben, sonst hört eh niemand mehr zu, aber eine halbe Stunde Aufmerksamkeit darf man erwarten. Nach dem Nachtessen ist das soziale Leben dran, nix anderes.

Wer hat schon nach einem guten Nachtessen Lust auf eine Sicherheitseinweisung?…

Manchmal starte ich einen Törn so, dass wir am Ankunftstag direkt nach der Jachtübernahmen in eine nahe Bucht tuckern und die erste Nacht dort vor Anker verbringen. Das hat den Vorteil, dass der Törn gefühlt einen Tag länger dauert. In diesem Fall erfolgt die Sicherheitseinweisung am Vormittag des ersten Tages bevor wir aufbrechen.

Am Anfang meiner Skippertätigkeit habe ich die Sicherheitseinweisung nicht wirklich eingeplant. Am Anreisetag war dafür nie Zeit und am ersten Segeltag wollten wir rechtzeitig los und verschoben die Sicherheitseinweisung auf später. So starteten wir, ohne dass wichtige Dinge jemals erklärt wurden. Einmal hatten wir am ersten Segeltag viel Wind und ein Freund verbrannte sich einen Finger an der Grosschot durch die Fehlbedienung der Winch. Mag sein, dass der kleine Unfall auch nach einer Sicherheitseinweisung passiert wäre, aber man muss sich die Frage auch umgekehrt stellen: Wäre der Zwischenfall ev. vermeidbar gewesen? Heute plane ich die Sicherheitseinweisung fix ein. Sie ist ein Teil des Törns und findet statt, bevor es los geht.

Unterschreiben lassen oder nicht?

Nach der Sicherheitseinweisung verlange ich von allen Törnteilnehmern eine Unterschrift als Bestätigung, dass man die Sicherheitseinweisung erhalten und verstanden hat. Auch hier ist man versucht bei Freunden grosszügig eine Ausnahme zu machen. Ist das nicht schon fast ein Misstrauensvotum, wenn man eine Unterschrift verlangt? – Man kann unterschiedlicher Meinung sein, aber ich sehe zwei Gründen für eine Unterschrift.

Viele Törnteilnehmer sind wissbegierig. Sei als Skipper ein geduldiger Vermittler deines Wissens.

Erstens verleiht es der Sache Ernsthaftigkeit. Es signalisiert die Haltung: Die Sache, die wir vorhaben ist nicht ungefährlich. Du bist mir wichtig und ich will nicht, dass dir etwas zustösst. Zweitens ist es ein Selbstschutz vor allfälligen rechtlichen Ansprüchen. Dabei glaube ich nicht, dass meine Freunde mich rechtlich belangen würden, aber ihre Versicherungen durchaus schon. Angenommen jemand springt bei einem Anlegemanöver viel zu früh auf den Steg (statt sicher auf den Steg zu steigen, nachdem das Schiff aufgestoppt hat). Der waghalsige Sprung geht gründlich schief und endet in einem Unfall mit horrenden Folgekosten. Die Krankenkasse wird mit allen Mitteln versuchen, einen Teil dieser Kosten auf den Skipper abzuwälzen, selbst wenn das nicht im Sinn der verunfallten Person ist. Kann der Skipper belegen, dass er vorgängig auf diese Gefahr aufmerksam gemacht hat, so wird es für die Krankenversicherung viel schwieriger sein, eine Regressforderung geltend zu machen.

Die unterschriebene Blätter behalte ich bei mir. Auf dem Kartentisch habe ich das gleiche Dokument in laminierter Form (A5 doppelseitig) aufliegen. So kann wer will während des Törns das eine oder andere nochmals nachlesen.

Herunterladen und für sich adaptieren

Anbei meine Liste für die Sicherheitseinweisung. Sie entstand aus der Erfahrung vieler Segeltörns und beruht auf dem Grundsatz „so viel wie nötig, so knapp wie möglich“. Man darf sie herunter laden und nach eigenem Gutdünken anpassen. Hochamwind wünscht allen damit gute Erfahrungen.

Sicherheitseinweisung Segeltoern (PDF)

Sicherheitseinweisung Segeltoern (WORD)